L2/L3 und L3/L4

Still ist es um unser Projekt in den letzten Wochen und Monaten geworden. Dafür gibt es einen guten Grund: maßlose Enttäuschung.

Maßlose Enttäuschung deshalb, weil ich zur Untätigkeit gezwungen bin und im Moment nichts dagegen tun kann. Im vergangenen Oktober während meines Aufenthaltes auf den Kanaren erlitt ich zwei schwere Bandscheibenvorfälle, die sich im Laufe der nachfolgenden Wochen weiter verschlimmerten. Die Röntgenbilder, aber insbesondere das MRT waren eindeutig und passten zu den motorischen Ausfällen sowie Lähmungserscheinungen des rechten Beins. Die Klinik, in der die Bilder gemacht wurden, hätte mich am liebsten gleich da behalten und operiert. Ich wollte jedoch noch abwarten und vor allem eine zweite Meinung einholen. Meine Orthopädin, die ich sehr schätze, will es auf einen Versuch mit konservativer Therapie ankommen lassen und schauen, wie weit mich das bringt. Seither geht es vor und zurück mit den Behandlungserfolgen. Ein Ende ist kaum abzusehen, da die Fortschritte eher minimal sind und die Ausfälle in den Beinen zunehmend zu einem echten Problem werden.

Mitte Februar werde ich dann auch noch von einem schweren Infekt der oberen Atemwege heimgesucht, der mich wochenlang begleitete und in einem kurzfristigen Krankenhausaufenthalt mit OP endete. Der Heilungsprozess gestaltet sich auch hier schwierig. Die Nasenschleimhäute wollen sich nicht wieder regenerieren, was zu anderen Problemen führt. Also insgesamt sieht es zur Zeit nicht so rosig aus, und die Uhr bis zu unserer Abfahrt tickt unaufhörlich weiter. Zu schnell, um in den verbleibenden Wochen noch zu genesen.

Die Situation erfordert eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Und die lautet, so bitter das auch für mich ist, unsere Abfahrt um genau ein Jahr zu verschieben. Das gibt mir hoffentlich die Zeit wieder so weit zu genesen, dass ich verantwortungsvoll unsere Taku Moe gen Süden segeln kann. Nächste Woche Donnerstag wird noch mal Pro/Contra OP diskutiert. Mir widerstrebt die OP aus Angst dann überhaupt nicht mehr fit zu werden und eventuell sogar das Segeln aufgeben zu müssen. Aber nichts tun und quasi dabei zusehen, wie die Situation sich von Tag zu Tag verschlimmert, ist auch nicht richtig.

Vor 3 Wochen hatte ich mit Hilfe von Freunden Taku Moe aus dem Winterlager nach Schleswig geholt. Zu dem Zeitpunkt war ich noch frohen Mutes und hatte kaum einen Gedanken an ein Verschieben verschwendet. In den 3 Wochen ist allerdings nichts passiert. Der Mast steht noch nicht, das Bimini mit seinen Solarpanelen ist noch nicht aufgebaut, der Windgenerator wartet darauf wieder montiert zu werden, der Watermaker fristet sein Dasein in der Backskiste und würde sich freuen endlich angeschlossen zu werden und auch viele kleiner Projekte liegen auf Eis. Im Moment bin ich körperlich einfach nicht in der Verfassung das Schiff segeltauglich zu machen. Und selbst wenn es für die Saison bereit wäre, wie soll ich das Schiff bewegen…

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2 Antworten zu “L2/L3 und L3/L4”

  1. Ralf sagt:

    Oh nein 😱. Schlimme Nachrichten, aber Du hast die einzig richtige Konsequenz gezogen: erstmal die Gesundheit als oberste Priorität.
    Wir wünschen Dir gute Besserung und das wir uns dann eben hoffentlich nächstes Jahr in der Karibik treffen.
    🤞

  2. Stefanie sagt:

    Danke Euch beiden! ich werde Eure Reise mit einem weinenden Auge, aber auch mit Freude für Euch, verfolgen. Wir folgen dann in Eurem Kielwasser 🙂⚓️⛵️

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