Watt nu?

Diese Frage stelle ich mir schon seit einiger Zeit. Die Antwort darauf habe ich leider im Moment nicht. Zuviel ist in den vergangenen Monaten passiert, um überhaupt noch einen halbwegs garen Plan zu haben.

Klar war, dass Corona uns noch mindestens bis Ende 2021 mehr oder weniger fest im Griff hält und es erst dann losgeht, wenn wir entspannt neue Ziele ansteuern können, ohne Gefahr zu laufen irgendwo hängen zu bleiben.

Aber dann kam alles ganz anders. Jetzt ist es plötzlich meine Gesundheit, die den Takt vorgibt. Mein Herz hat ein ziemlich übles Problem. Nicht unbedingt neu, aber in den vergangenen 10 Wochen ist es dann doch ziemlich eskaliert. Endlos viele Untersuchungen, Krankenhausaufenthalt, kleine Eingriffe und ein Arsenal an Medikamenten waren und sind nötig. Wohin diese Reise geht, steht noch nicht wirklich fest. Vor 14 Tagen im Herzkatheterlabor hat man dann endlich die Ursache gefunden. Myokardbrücke. Ein angeborener Herzfehler, mit dem ich es immerhin bis hierher geschafft habe. Beim Pumpen drückt die Muskelbrücke auf eine Strecke der Herzkranzgefäße. Das mögen die überhaupt nicht und quittieren das mit ziemlich heftigen Rhythmusstörungen, die mich jedesmal ziemlich umhauen. Aussichten? Mehr Betablocker und wenn das nicht mehr hilft, bliebe nur noch die Entfernung der Brücke in einer offenen OP. Da ich mit den Symptomen ja schon ein paar Jahre einhergehe, ohne den ursächlichen Grund bis Dato gekannt zu haben, bin ich jedoch im Moment eher entspannt.

Viel Schlimmer wiegt eine Halswirbelsäulen-OP letzten Montag. Mein linker Arm und die linke Hand begannen im vergangenen Herbst sukzessiv ihren Dienst zu verweigern. Physiotherapie hat nicht angeschlagen und plötzlich musste es ganz schnell gehen, da erste Lähmungserscheinungen auftraten und die Kraft rapide abgenommen hatte. Damit war dann auch die Segelsaison 2021 mehr oder weniger ad acta gelegt. Glücklicherweise gibt es hier in der Klinik eine Koryphäe auf dem Gebiet der Halswirbelsäule, der mich dann auch mit guter Prognose operiert hat. Seit zwei Tagen bin ich nun wieder zuhause. Einiges geht schon wieder, vieles aber noch nicht. Das braucht jetzt einfach Zeit. Mit etwas Glück schaffen wir noch einen spätsommerlichen Törn. Selbst darüber würde ich mich freuen! Oder wir heuern eine kleine Frauencrew an. Zusammen mit Heike lasse ich mich auch gerne ein bisschen herumschippern 😉

Beide Ereignisse machen es mir im Moment schwer für die Zukunft zu planen. Unser Projekt war eindeutig für die Zeit während der Rente geplant. Auf jeden Fall jedoch bevor uns irgendwelche Alterskrankheiten heimsuchen. Zur Zeit sind die Krankheiten schneller als wir unseren Plan verwirklichen können. Hoffentlich ändert sich das wieder zu unseren Gunsten.

Ansonsten habe ich über den Winter ein wenig gebastelt, vor allem aber für Victron ein paar neue Devices und Prototypen getestet. Taku Moe lag den Winter über im Wasser bzw. auch im Eis und war daher immer zugänglich. Über die neue Victron-Technik werde ich ausführlich berichten, sobald die Geräte auf dem Markt erhältlich sind.

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2 Antworten zu “Watt nu?”

  1. Jens Borner sagt:

    Puh! Was soll man dazu sagen? Auf jeden Fall gute Besserung und schnelle Genesung erstmal für die HWS.
    Ganz schön offen zu Deiner Community. Respekt. Und die Segelei nach weiter weg wird noch klappen. Bestimmt und ich drücke die Daumen.
    Jens

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